RC X-Alps 2022 am Moosberg gestartet

Saisoneröffnung 2022

von Claus Eckert.​

Vor zehn Jahren wurde der Moosberg-Cup ins Leben gerufen. Eine gute Gelegenheit, um neue Wege zu wagen. Der Moosberg-Cup war in der RC-Paragliderszene viele Jahre eine feste Größe bei der Saisoneröffnung. Man traf sich in Weißenbach am Lech in Tirol im Gasthaus „Goldenes Lamm“. Auf dem nahegelegenen Moosberg wurde dann der Moosberg-Cup ausgeflogen.
Mit Corona hat sich viel verändert. So war es eine gute Gelegenheit, viel Neues auszuprobieren.


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Corinna und Rene Schweissgut betreiben ihr „Goldenes Lamm“ nur noch als Hotel mit Campingmöglichkeiten. Selbst im Urlaubsland Tirol ist es äußerst schwierig Personal zu finden. Ein Restaurant und ein Hotel zeitgleich zu betreiben, geht auf die Substanz. Deshalb war der Schritt nur noch Hotel- und Campinggäste zu bewirten, eine logische Konsequenz. Die Qualität der Speisen ist wie gewohnt hervorragend geblieben. Das Freizeitangebot richtet sich direkt an Modellbauer. Es gibt einen eigenen Bastelraum, eine RC-Crawlerstrecke ist in Planung und wer sich für das RC-Paragliding interessiert, kann im „Goldenen Lamm“ fachkompetente Schulungen buchen.

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Diese Schulungen führt Sascha Rentel durch. Corona hat auch für ihn viele Veränderungen gebracht. Nach seiner Trennung von Cefics, konnte er sich auf die Entwicklung eines neuen Liegegurtzeugs konzentrieren. Wenn es um das Verständnis der aerodynamischen und physikalischen Zusammenhänge von RC-Paraglidern geht, ist man bei ihm immer an der richtigen Adresse. Daraus entstand ein Produkt, das sich auf die wesentliche Funktionalität eines Liegegurtzeuges konzentriert. Mit wenigen Handgriffen können ohne viel Werkzeug die Servos und der Motor getauscht werden. Lediglich die Arme müssen verschraubt werden. Der Motor ist „crashresistent“ befestigt. Für Akku und Zusatzgewichte ist genügend Platz vorhanden. Das gesamte System hält sehr viel aus und ist damit für den rauen Betrieb im alpinen Gelände bestens gerüstet.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass dieses Liegegurtzeug nur über das „Goldene Lamm“ in Verbindung mit einer Schulung erworben werden kann. Dahinter steht die Philosophie, zusammen mit dem Kunden ein höchstmögliches Verständnis für das Produkt aufzubauen.

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„Was der RC-Pilot am Sender steuert, muss am Schirm ankommen.“ Klingt zwar einfach, ist aber in der Summe aller Fehlermöglichkeiten dann doch nicht trivial. Im Gegensatz zu einem Flächenflugzeug ist ein Paraglider ein dynamisches System. Bestehend aus Leinen und Tuch herrschen hier vollkommen andere Gegebenheiten als an einer festen Tragfläche. Es ist kein Hexenwerk, einen RC-Paraglider zu fliegen. Gesteuert wird er wie ein Schiff oder Auto. Aber um die optimalen Leistungen aus dem System herauszuholen, bedarf es eines fundierten Wissens und einiger Erfahrung.
Besonders im alpinen Gelände sind RC-Paraglider gute Begleiter, da sie keine Landewiese benötigen. Mit etwas Übung landet man den Schirm mit der Gondel in der Hand. Was man beim alpinen Fliegen mit einem RC-Paraglider beachten muss, lernt man in der Schulung im „Goldenen Lamm“.

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Arne Wehrlin von Skywalk startet hinuter ins Tal. Mit Rückenwind kann man sich bergauf ziehen lassen.​


Seit 2017 haben wir im :rcn:-MAGAZIN von den Red Bull X-Alps berichtet. Immer wieder wurde die Frage gestellt, wo der Bezug zum Modellflug wäre? 2017 war es das Team HUN1 von Pal Takats, das an Startstellen mit einem RC-Paraglider die vorherrschende Situation testete. 2019 und 2021 war es Manuel Nübel Team GER1 über den wir berichteten. Manuel ist als Modellflieger groß geworden und fliegt immer noch mit Begeisterung Modelle.

Mit dem Moosberg-Cup 2022 ist es gelungen, den langjährigen Red Bull X-Alps Racedirector Christoph Weber als Racedirector für die RC-X-Alps zu gewinnen. Christoph und seine beiden Söhne Lucio und Lino haben sich inzwischen voll in die Szene integriert.
Die RC-X-Alps 2022 werden im Laufe des Jahres unter anderem in Damüls ausgetragen. Am Ende werden die Wertungen addiert und der letzte Termin wird wieder am Moosberg stattfinden.

Mit allen diesen Neuerungen ging es dann am Moosberg zur Sache. Die Wettervorhersage war eher durchwachsen. Von Sonne bis Regen wurde alles vorhergesagt. Aber das Wetter hielt sich nicht an die Vorhersage. Es blieb trocken und war zeitweise sonnig. Das Talwindsystem konnte sich jeden Tag aufbauen. Das ergab Flugbedingungen, die man sich nicht besser wünschen konnte.


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Die ersten Tage wurden zum freien Fliegen genutzt. Abends gab es Schulungen und Erklärungen zur Technik des Liegegurtzeuges und wie man es optimal einstellt. Morgens fanden Briefings statt, damit ein geordneter Tagesablauf gewährleistet werden konnte.
Am Samstag war es dann so weit. Der Wettbewerb startete gegen 11.00 Uhr. Als Erstes wurde eine reine Ziellandung durchgeführt. Dabei zeigte sich sehr schnell, wie präzise die Schirme mit den neuen Liegegurtzeugen zu steuern sind. 100 Punkte waren keine Seltenheit. Wobei mancher Schirm durch Thermikablösungen oder auch Leewirbel gesteuert werden musste.


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Die zweite Runde war eine Gruppenaufgabe. Es galt, nach dem Start auf gleiche Höhe zu gehen und auf Kommando eine Minute mit Motor zu steigen, dann Motor aus. Wer jetzt am Längsten in der Luft blieb, bekam in der jeweiligen Gruppe die meisten Punkte. Die Landung musste in einem Kreis von zehn Metern um den Landepunkt erfolgen. Da der Wind zeitweise auffrischte, war es dann doch nicht so einfach, ins Ziel zu kommen, wenn die Flugtaktik nicht stimmte.

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Es gab eine Damen-, eine Jugend- und eine Gesamtwertung. Richtig gelesen, beim RC-Paragliding gibt es das, was in anderen Bereichen vermisst wird. Aktive Kinder und Jugendliche und Damen, die mit Freude die bunten Schirme am Himmel steuern. Und das völlig stressfrei.

Damen:
1. Andrea Reichl Team Hessen
2. Daniela Seren Papillion
3. Janina Beuttler

Junioren:
1. Jonas Wehrlin Skywalk
2. Lucio Weber-Irlacher
3. Moritz & Simon Schweissgut

Gesamtwertung:
1. Christian Hauser Team Zillertal
2. Arne Wehrlin Skywalk
3. Dr. Christian Lotter
4. Jonas Wehrlin Skywalk
5. Paul Seren Papillion
6. Ralf Fischer
7. Michael Nolte
8. Steven Benz Team Hessen
9. Jan Beuttler
10. Andrea Reichl Team Hessen
11. Helmut Urbahn Team Sauerland


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(v.l.) Lino Weber, Christoph Weber, Arne Wehrlin, Lucio Weber, Jonas Wehrlin, Christian Hauser, Simon Schweissgut, Dr. Christian Lotter, Moritz Schweissgut, Andrea Reichl, Sascha Rentel.


Nach der Siegerehrung war Party angesagt. Als DJ kam Manuel Nübel mit einem großen Begleittross aus dem nahegelegenen Allgäu. Am frühen Morgen fand dann die Party im Bastelraum ihr Ende. Was dort alles geschah, blieb im dichten Nebel der mitgebrachten Nebelmaschine verborgen...

Weitere Bilder:

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