Die M24-Vamilie...

...bilden die drei Varianten V275, V340 und V380.

von Jürgen Mess.​

Man möge mir den kleinen Fauxpas aus der Überschrift schon jetzt einmal verzeihen, in diesem Bericht soll es in der Tat um die Familie M24 V275 / V340 / V380 gehen.
Anfang 2019 hatte ich mir bereits den M24 V275 in der ersten Version zugelegt. Jetzt musste ich feststellen, dass die Familie inzwischen doch deutlich gewachsen ist. Da ich immer wieder Freude an dem Modell habe, konnte ich nicht am BESTELLEN-Button für die V380-Variante vorbei.


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Ja aber um was für eine Familie handelt es sich hier eigentlich und wer sind deren Mitglieder?
Es geht hier um eine Familie von Motorseglern mit drei unterschiedlichen Spannweiten. Die Rumpfgondeln bestehen aus Kohlefaser, an die sich ein Glas- Carbon-Rohr anschließt. Tragflächen sowie Leitwerke bestehen aus Polystyrol-Schaumkernen, die mit Glasgewebe verstärkt sind. Lediglich der vordere Bereich rund um die Nasenleiste ist mit Carbon belegt. Zwischenzeitlich ist neben der Standard- auch eine Strong-Version lieferbar, zumindest bei der V275- und V340-Variante, deren Tragflächen komplett mit Carbon belegt sind.
Die Namensgebung ergibt sich aus Modellmarkt 24 -- M24 und dann den entsprechenden Spannweiten mit 2,75 m, 3,40 m und 3,80 m -- V275, V340 und V380.


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Sowohl Hersteller wie auch Vertreiber dieser Seglerfamilie ist die Firma Modellmarkt24.ch. Dort werden jedoch nur Selbstabholer bedient. Es wird nur innerhalb der Schweiz verschickt. In Österreich und Deutschland wird der Vertrieb von Hepf.at abgewickelt.

Wie oben schon beschrieben, habe ich den M24-V275. Mein Modell hat noch den V1-Rumpf, auf den die Tragfläche aufgeschraubt wird. Die V2-Version wurde in diversen Punkten angepasst, am auffallendsten sind die seitlich angesteckten Tragflächen, die Änderung des Kabinenausschnitts und die Positionierung der Servos für Seiten- und Höhenruder im vorderen Bereich der Rumpfgondel.

Die Modelle sind aufgrund Ihres Aufbaus recht leicht unterwegs. Mein M24V275 wiegt einschließlich JETI REX7, UniSens-E Sensors und einem 3S-1000 mAh-Flugakku gerade 895 g. Beim ganz großen Bruder sind es bei gleicher technischer Ausstattung 1945 g. Somit bleibt man bei den Modellen in einem Bereich von etwa 20 g/dm² Flächenbelastung.​


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Alle Modelle können nach meinen Informationen als KIT oder in einer Super–PNP-Version bestellt werden. Die letztere ist nahezu vollständig bestückt, es fehlt lediglich der passende Empfänger und ein Flugakku.

Bei der Farbpalette ist NEON angesagt. Mindestens gelb, grün und orange sind es bei den Standard-Varianten. Bei der Strong-Variante, bedingt durch das Carbon, ein freundliches Schwarz mit NEON-Akzenten.

Eingebaut sind in den Super-PNP-Modellen Servos der Marke KST sowie Axi-Motoren und aktuell JETI Advance Pro Steller. Mein M24 V275 hat noch einen Steller der Marke Castle Creation.



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Für alle Modelle sind zusätzlich passende Flächenschutztaschen lieferbar und beim M24 V380 auch noch ein Ballast-Set. Mein Taschenset für den M24 V380 ist bestellt, aktuell aber leider noch nicht lieferbar, da muss ich wohl noch bis Anfang April drauf warten.

In der folgenden Tabelle findet Ihr die technischen Daten zu den drei Modellen. Die Werte in Klammern sind die Angaben von meinen Modellen.









Technische DatenM24 V275M24 V340M24 V380
Spannweite2750 mm3400 mm3800 mm
Teilung der Tragfläche
Steckung
zweiteilig

Bei der V1-Version: Kohlestab
Ø 6 mm und 315 mm lang
zweiteiligdreiteilig

Kohlestab Ø 8 mm
185 mm lang
Länge1390 mm1480 mm1805 mm
Gewicht leer560 g760 g1270 g
Gewicht flugfertig850 g bis 880 g (895 g)1050g1650 g-1900 g (1945 g)
Tragflächeninhalt49,8 dm²k.A.90,2 dm²
Schwerpunkt88 mm – 92 mm (91 mm)k.A.95,5 mm – 100 mm (97 mm)
Komponenten
Servo Höhe/SeiteKST X08 V5KST X08 V6KST DS213MG
Servo Quer/WölbklappenKST X08H V5KST X08H V6KST DS125MG
Luftschraube9x5 CamCarbon9x5 CamCarbon10x6 CamCarbon
SpinnerAlu Turbo Spinner D32Alu Turbo Spinner D32Alu Turbo Spinner D34
MotorAXI 22217/12 V2 1380 kVAXI 22217/12 V2 1380 kVAXI 2814/12 V2 long 1390 kV
ReglerJeti Advance Pro 40 A
(Castle Creation 35 A)
Jeti Advance Pro 40 AJeti Advance Pro 70 A


Einsatzgebiet

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Wie oben bereits beschrieben, sind die Modelle doch recht leicht und daher eher für windarme Tage zu gebrauchen und zeigen Ihre Vorzüge natürlich an Tagen mit schwacher Thermik, die von den Modellen gut angenommen und in Höhe umgesetzt wird. Die Standard-Versionen sind lediglich für leichten Kunstflug ausgelegt, bei der Strong Version ist sicher noch etwas mehr drin.

Die Modelle sind für langsamen Flug und enges Kreisen konzipiert, was ich durchaus bestätigen kann. Meinen M24 V275 bewege ich an einigen Tagen lediglich mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit durch die Luft.

Alle Modelle haben an den Tragflächen eine V-Form sowie vier Klappen. Die Anlenkungen sind klassisch ausgeführt. An diesen Modellen kommt keine RDS- oder IDS- Anlenkung zum Einsatz.​


Gemäß Beschreibung auf der Homepage, ist der M24 V340 eine komplette Neukonstruktion und für F5J-Wettkämpfe optimiert. Die Flügeltiefe soll reduziert worden sein und das Design ist aerodynamisch überarbeitet. Zudem sind die Tragflächen mit Big Flaps, also besonders tiefen Querrudern und Klappen ausgestattet. Das Modell ist, zumindest bezüglich der Spannweite, besonders leicht im Vergleich zu seinen beiden Geschwistern, was dann am Ende des Tages wohl aber täuscht, denn die Flächentiefe ist bei dem Modell geringer. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung fehlten zudem Angaben zu Flächeninhalt und Schwerpunkt. Somit kann ich hier keine endgültige Aussage treffen, zudem habe ich dieses Modell auch nicht in meinem Hangar.

Eigenschaften des M24 V275

Dieses Model habe ich ja bereits etwas länger in meinem Hangar. Es kann auf dem Modellfluggelände zügig aufgebaut werden. Das Seitenleitwerk ist am GfK-Kohlerohr fest verklebt und daher nicht demontierbar. Das Höhenleitwerk liegt auf einem Pylon. Vorher ist die Drahtanlenkung einzufädeln und erst dann wird das Leitwerk mittels zwei M3-Kunststoffschrauben befestigt. Die Tragflächenhälften werden bei mir noch zusammengesteckt und dann mit vier M4-Schrauben auf der Rumpfgondel befestigt. Ist der Flug Akku geladen, kann es losgehen. Der installierte Antrieb benötigt im Steigflug etwa 30 A und befördert das Modell zeitweise mit bis zu 12 m/s in die Luft. An Tagen ohne Thermik kann man in aller Ruhe die erreichte Höhe abgleiten. Sinkraten um die 0,3 m/s sind möglich, um den Flug ausgiebig zu genießen. An Tagen mit Thermik ist dann natürlich alles drin. Das Modell steigt dann von moderat bis erbarmungslos. Ich habe auf unserem Modellfluggelände Steigraten von über 3 m/s erreichen können, und ich fliege „hier oben“ im absoluten Flachland. Beim Abstieg hilft dann sehr kräftig die Butterfly-Stellung. Das Kreisen ist mit recht kleinen Durchmessern und in unterschiedlichsten Schräglagen möglich. In diesen Situationen ist dann ein dosierter Einsatz von Quer- und Seitenruder gefragt. Das Modell ist in allen Lagen gut handhabbar.


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Der ganz große Bruder M24 V380

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Diese Version des Modells ist neu in meinem Hangar und daher habe ich noch nicht so viel Erfahrung sammeln können. Der Aufbau auf dem Flugfeld ist auch recht schnell erledigt. Wer mag, kann das Seitenleitwerk demontieren, ich werde es sicherlich am Modell belassen. Das Höhenleitwerk ist ebenfalls mit zwei M3-Schrauben auf einem Pylon befestigt. Das Tragflächenmittelteil wird wiederum mit zwei Schrauben an der Rumpfgondel befestigt. Die Außentragflächen werden angesteckt und gesichert. Die Steckung wird bei allen Modellen in Alurohren geführt.

Der Antrieb der Super-Combo ist recht leistungshung-rig. Im Flugbetrieb zieht dieser Motor in der Spitze bis zu 53 A. Der Strom pendelt sich letztendlich um die 45 A ein. Selbst beim verwendeten 50C Akku bricht die Akkuspannung beim ersten Motorbetrieb auf etwa 3,6 V/ Zelle ein. Mit diesem Antrieb lassen sich Steigraten von 10 bis 12 m/s realisieren. So ausgerüstet kommt man schnell auf eine große Ausgangshöhe und kann sich auf die Suche nach der nächsten Thermikblase begeben.


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Den Jungfernflug habe ich Ende Februar absolviert. Es war ein windstiller Tag bei uns an der Küste und es war schön sonnig, aber kalt. Beim ersten Start habe ich das Modell noch von einem Vereinskollegen werfen lassen. Er diente mir später auch noch als Ansager, was es mir in der Tat erlaubte, bereits beim ersten Flug eine Flughöhe von gut 220 m zu erreichen. Zuvor habe ich das Modell jedoch noch etwas getrimmt. Dies beschränkte sich lediglich auf etwas Tiefentrimmung, denn das Modell blieb in der Luft fast stehen. Es kam im Geradeausflug auch kurz mal zu einem Strömungsabriss. Im Anschluss ging es dann, aufgrund der Ansage, in nördliche Gefilde unseres Modellfluggeländes. Ich konnte einen schönen Bart auskurbeln. Als Thermikindikator diente mir eine Weihe, die auch gerade kreiste. In einer Höhe von 220 m habe ich dann von Thermik auf Speed umgeschaltet, um zu sehen was passiert.

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Das Modell nahm deutlich Fahrt auf und baute auch entsprechend die Höhe ab. Ich habe dadurch binnen 30 Sekunden meine Höhe auf 130 m reduziert, um im Anschluss nochmals auf 200 m hochzukurbeln. Nach gut 15 Minuten hieß es dann, die Landestellung auszuprobieren. Ich habe dazu das Modell gegen Wind gesteuert und die Klappen vorerst in großer Höhe gesetzt. Zu meiner Überraschung war das komplett unspektakulär. Das Model ging in einen Sinkflug über und war weiterhin problemlos steuerbar und hat auch nicht übermäßig beschleunigt. Das habe ich ausgenutzt, um weiterhin etwas Höhe abzubauen. Letztendlich konnte ich so meinen Endanflug vorbereiten, um das Modell sicher zu landen.​

Es kommt nicht sonderlich häufig vor, aber hier kann ich sagen, dass die Einstellwerte der Anleitung wirklich problemlos übernommen werden können. Eine tolle Eigenschaft, damit sich von Anbeginn gute Flug- und Landeeigenschaften ergeben.

An dem Tag bin ich noch weitere zwei Mal gestartet und habe das Modell jeweils selbst geworfen. Jetzt konnte ich bei jedem Flug auch Thermikeinfluss genießen. Beim letzten Flug habe ich zudem zeitweise über einer Baumreihe gekreist. Es war schon merklich kühler geworden, da die Sonne ja doch noch nicht so hoch am Himmel stand. Dennoch war es mir möglich, sicher in Höhen zwischen 30 m und 50 m zu kreisen, da es selbst durch den schwachen Wind etwas Aufwind gab.

Bereits nach dem ersten Flugtag bin ich von dem Modell schwer begeistert und hoffe, dass ich damit noch viele tolle Flugtage genießen kann. Auch der M24 V380 hinterlässt ein präzises Steuergefühl und lässt sich daher problemlos steuern. Dabei fühlt er sich auch in schwacher Thermik richtig gut an.

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Ich werde mein Modell vermutlich noch mit einem anderen Akku der Marke Tattu (75C) ausstatten. Der soll nach Aussage meines Kollegen (www.elektromodekllflug.de) besonders hochstromfest sein. So gerüstet werden die höheren Spannungseinbrüche hoffentlich Geschichte sein. Zudem werde ich sowohl nach einem anderen Spinner als auch nach einer anderen Luftschraube schauen, denn die gelieferte Kombination gefällt mir optisch nicht sonderlich gut. Das könnte alles etwas dichter am Rumpf anliegen. In der nachfolgenden Tabelle die Komponentengewichte meines M24 V380.

Technische DatenGewichtBemerkung
Rumpfkeule538 geinschließlich aller Einbauten
Tragfläche Mittelteil656 gmit Servos und Verkabelung
Tragfläche Außenteil252 g/254 g
Flächensteckung28 g
Höhenleitwerk56 g
Seitenleitwerk50 g
Flugakku94 g
Unisens-E15 g
Schrauben2 g
GESAMT1945 g

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Optimierungswillen

Wie oben der Tabelle zu entnehmen ist, wiegt mein Modell flugfertig 1945 g und komme somit auf eine Flächenbelastung von 21 g/dm². Das Ballast-Set bringt bis zu 630 g auf die Waage, womit sich die Flächenbelastung auf 28,5 g/dm² erhöhen lässt. Bestimmt lässt sich das Modell noch etwas leichter bauen. Hier einmal die Benennung der verwendeten Komponenten sowie deren Gewichte und die Ideen zur Gewichtsreduzierung. Wer dies betreiben möchte, sollte dann aber lieber die KIT-Variante kaufen.

KomponenteTypGewichtMöglichkeit zur Gewichtsoptimierung
Flächenservos (4x)KST DS125MG27,5 gKST X08 plus/9 g
Höhen- SeitenleitwerksservoKST DS213MG16,0 gKST X08 plus/9 g
MotorAXI 2814/12 V2 Long Outrunner 1390 kV115 gTenshock EDF 1515-15T-3770KV mit Micro Edition 5:1NL/107 g
Leopard LC250-30 6pol 4040 kV
mit Micro Edition 5:1NL/65 g
ReglerJeti Advance Pro 70A SB HS38 g
EmpfängerJeti Rex7 Assist15 g
SensorUNISENS E (XT60)15 g
AkkuSLS XTRON 3S 1000 mAh 50C94 gTATTU 3S 850 mAh 75C 85 g
SLS XTRON 3S 800 mAh 50C 76 g

Die Liste zeigt bereits, dass durch eine andere Auswahl von Servos und Akku noch gut 100 g Gewichtseinsparung möglich ist. Bei Verwendung eines anderen Motors und Reglers ist sicherlich noch mehr Gewicht zu vermeiden. Zur Not könnte man auch den Sensor durch ein leichteres Vario ersetzen. In meinem Fall würde ich sogar auf das integrierte Vario (Jeti-Assist) zurückgreifen, um am Ende noch weitere 150 g einzusparen .


Resümee

Ich mag beide Modelle schon jetzt sehr gerne und werde sie an ruhigen Tagen mit zum Modellfluggelände nehmen. Beide Modelle sind ausreichend wendig und gut kontrollierbar zu fliegen. Wenn ich jedoch heute wieder vor der Wahl stehen würde, würde diese sicherlich auf den M24 V380 fallen.

Die Flächenbelastung ist zwar minimal größer, aber dafür ist das Modell aufgrund seiner Spannweite deutlich besser zu erkennen. Bei Verwendung des Ballast-Sets wird das Einsatzgebiet aber auch größer und man kann das Modell auch bei etwas mehr Wind fliegen.

Noch einige Bilder vom M24 V380

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Röhre für das Balast Set im Rumpf und das Set mit Befestigungsmaterial​

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Tragflächenteile des Modells​

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Die im Rumpfrohr befindliche „Kassette“ für Zusatzgewicht im Heck und das demontierbare Seitenleitwerk.​

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Luftschraubenwechsel von CamCarbon zu Gegori Mirov, bei ursprünglichem Spinner. Die Bilder nach halber Arbeit, um den Unterschied aufzuzeigen.

Ich bedanke mich für Euer Interesse, Gruß Jürgen!
 
Liest sich gut und fliegt sich gut. Für uns eine Bereicherung auf dem Platz, gerade weil wir jetzt zusammen mit Explorer, Xplorer zwei PlusX und dem M24 fliegen können! ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,
hier noch ein kleines Update. Die Flächenschutztaschen liegen zwischenzeitlich vor. Das Set besteht aus einer 2- teiligen Tasche für das Mittelteil, je 1 Tasche für das linke und rechte Endteil der Tragfläche. Die Tasche für das Seitenleitwerk sowie für das Höhenleitwerk lassen sich mittels Klett an den Taschen der Endteile befestigen.
 

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